Kindeswohl im Sport
Mindeststandards Kindeswohl
Kinder und Jugendliche brauchen geschützte Räume, in denen sie sich sicher und unbeschwert entwickeln können. Der Sport bietet eine solche Umgebung, die allerdings nur durch das Engagement und die Verantwortung aller Beteiligten sichergestellt werden kann. Der Schutz des Kindeswohls ist für uns als Jugendverband eine zentrale Aufgabe. Grundlegend für die Arbeit des Sportkreises ist das Kindesschutzkonzept(Link). Auf dieser Seite stellen wir unsere Arbeit dar und geben Hilfestellungen zur Umsetzung der Mindeststandards Kindeswohl.Warum ist das Kindeswohl im Sport so wichtig?
Der Sport leistet einen unschätzbaren Beitrag zur persönlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig sind junge Menschen im Sportverein besonders schutzbedürftig. Sie begegnen hier Gleichaltrigen und Erwachsenen in einem Umfeld, das von gegenseitigem Vertrauen und Nähe geprägt ist. Leider besteht dabei auch die Gefahr, dass diese Strukturen missbraucht werden können. Deshalb legen wir großen Wert darauf, Kinder und Jugendliche vor jeglicher Form von Gewalt zu schützen.
Um in diesem Thema immer aktuell zu sein und den Austausch mit anderen Vereinen zu haben, sind wir Teil des Bündnis Safe Kids (https://www.sportjugend-hessen.de/themen/kindeswohl/buendnis-safe-kids/)
Die Mindeststandards zum Schutz des Kindeswohls
1. Schulungen und Fortbildungen
Wir schulen unsere Trainerinnen, Betreuerinnen und Ehrenamtlichen regelmäßig, um sie für das Thema Kindeswohl zu sensibilisieren. Dabei vermitteln wir:
- Kenntnisse zur Prävention von Gewalt
- Handlungssicherheit bei Verdachtsfällen
- Informationen zu rechtlichen Grundlagen
2. Verhaltenskodex
Alle, die bei uns tätig sind, verpflichten sich zur Einhaltung eines verbindlichen Verhaltenskodex (https://static-sportjugend-hessen-de.s3.amazonaws.com/user_upload/04_Ehrenamt/05_Kindeswohl/Downloads/Verhaltenskodex_SJH_2023.pdf). Dieser umfasst klare Regeln im Umgang mit Kindern und Jugendlichen und bietet Orientierung für ein professionelles Miteinander. Auch in jedem Verein sollte der Verhaltenskodex von sämtlichen Personen unterschrieben werden.
Die Vorlage eines unterschriebenen Verhaltenskodex ist bereits jetzt bei sämtlichen Lizenzverlängerungen und bei vielen Ausbildungen erforderlich.
3. Eignungsprüfung
Alle Personen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, werden sorgfältig ausgewählt. Dazu sollte unter anderem Einsicht in das erweiterte Führungszeugnis (https://static-sportjugend-hessen-de.s3.amazonaws.com/user_upload/05_Themen/05_Kindeswohl/Dokumente/2025_Kindeswohl_Merkblatt_efz.pdf) genommen werden. Die Einsichtnahme in die Führungszeugnisse ist entsprechend zu dokumentieren. Weitere Schritte können persönliche Gespräche vor Beginn der Tätigkeit sein.
Die Beantragung des erweiterten Führungszeugnisses ist mit einer Bestätigung (https://static-sportjugend-hessen-de.s3.amazonaws.com/user_upload/04_Ehrenamt/05_Kindeswohl/Downloads/Kindeswohl-Beantragung-Fuehrungszeugnis.pdf) durch den Verein kostenlos und erfolgt unkompliziert im zuständigen Rathaus.
4. Ansprechpersonen im Verein
Mit Vinzent Weber hat der Sportkreis eine qualifizierte Ansprechperson benannt. Dies sollte in jedem Verein erfolgen. Die Ansprechperson hat nicht nur ein offenes Ohr für Kinder, Jugendliche, Übungsleitungen und Vorstandsmitglieder, sondern setzt sich nachhaltig für das Thema Kindeswohl im Verein ein (https://www.sportjugend-hessen.de/kindeswohl/schutzkonzept#c1109).
!Für weitere Fragen zum Thema steht Vinzent Weber gerne zur Verfügung.
5. Schutzkonzept und nachhaltige Verankerung
Wir haben ein Schutzkonzept entwickelt. Dieses ist individuell an den Sportkreis angepasst. Diese Konzepte beinhalten unter anderem:
- Das Konzept zur Einsichtnahme in erweiterte Führungszeugnisse
- Einen Interventionsleitfaden
Das Muster-Schutzkonzept der Sportjugend Hessen kann zur Erstellung eines eigenen Vereins-Konzeptes genutzt werden.
Warum die Mindeststandards?
Die Förderung aus dem Förderkatalog wird seit 2023 in zwei Stufen an die Umsetzung von Mindeststandards zum Thema Kindeswohl gekoppelt. In der ersten Stufe ab dem Jahr 2023 wurden angemessene, veranstaltungsgebundene Präventions-Maßnahmen bei Veranstaltungen mit hohem Gefährdungspotential gefordert.
Seit dem Jahr 2025 wird zusätzlich die Erfüllung der vom Vorstand der Sportjugend Hessen festgelegten “Kindeswohl-Mindeststandards” für hessische Sportkreise, -verbände und -vereine durch die antragsstellende Organisation vorausgesetzt. Der Nachweis erfolgt über das Formblatt „Kindeswohl-Mindeststandards“, welches vom Antragstellenden unterzeichnet wird. Dieses wird bei Abrechnung der Maßnahme eingereicht. Einzelnachweise müssen auf Nachfrage vorgelegt werden. Die Umsetzung der Kindeswohl-Maßnahmen liegt in der Verantwortung des Antragstellenden, die Sportjugend berät zu Umsetzungsmöglichkeiten und hält Vorlagen und Materialien zum Thema bereit.
Was tun im Verdachtsfall?
Es ist wichtig, bei einem Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohls sensibel und gleichzeitig entschlossen zu handeln. Folgende Schritte können helfen:
- Wahrnehmung ernst nehmen: Beobachten Sie Verhaltensauffälligkeiten und vertrauen Sie Ihrem Gefühl.
- Dokumentation: Notieren Sie, was Ihnen aufgefallen ist, ohne zu bewerten.
- Kontaktaufnahme: Wenden Sie sich an eine der genannten Anlaufstellen oder an die Kinderschutzbeauftragte oder den Kinderschutzbeauftragten des Vereins. Eine Meldung ist jederzeit auch anonym möglich.
Beratung der Sportjugend Hessen:
Anna Stender, astender@sportjugend-hessen.de, 069 6789 6904
Angelika Ribler, aribler@sportjugend-hessen.de, 069 6789 6961
Im Sportkreis:
Vinzent Weber, weber@sk-mtk.de
Fachberatungsstellen vor Ort:
Fachstelle gegen sexuelle Gewalt Main Taunus:
Anne Vohmann, anne.vohmann@mtk.org, 06196 6592376 https://www.mtk.org/Fachstelle-gegen-sexuelle-Gewalt-5109.htm
Wildwasser Wiesbaden e.V. https://wildwasser-wiesbaden.de/kontakt.html
Weitere Anlaufstellen:
Safe Sport e.V. – Deutschlandweite Anlaufstelle https://www.ansprechstelle-safe-sport.de/
Nummer gegen Kummer (Kinder- und Jugendtelefon): 116 111
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016 (auch für männliche Betroffene geeignet)
Kinderschutzzentren: www.kinderschutz.de
Gemeinsam für den Schutz unserer Kinder
Der Schutz des Kindeswohls ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns alle betrifft. Mit Ihrem Engagement als Trainerin, Betreuerin, Elternteil oder Vereinsmitglied tragen Sie dazu bei, dass Kinder und Jugendliche sicher aufwachsen und sich frei entwickeln können.
| Es ist an uns allen, eine Kultur des Hinsehens, Hinhörens und Handelns zu schaffen! |