Sicherheit im Verein
Neue Sicherheitsstandards für Sportvereine

Die DIN TS 79183 auf den Punkt gebracht
Sicherheit von Sportstätten ist kein Zufall – sie erfordert eine klare Struktur und konsequente Umsetzung. Die DIN TS 79183 stellt den aktuellen Stand der Technik dar und bietet eine verlässliche Grundlage, um die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen und Unfälle zu vermeiden. Damit die Norm effektiv in den Vereinsalltag integriert werden kann, sollten Vereine die folgenden Maßnahmen beachten:
1. Zuständigkeiten im Verein klären
Damit die Inspektionen reibungslos ablaufen, müssen klare Verantwortlichkeiten festgelegt werden:
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Wer trägt die Verantwortung? Der Vereinsvorstand ist laut DIN TS 79183 für die Durchführung regelmäßiger Inspektionen zuständig. Die Aufgaben können zwar delegiert werden, aber die rechtliche Verantwortung bleibt beim Vorstand.
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Wer darf Inspektionen durchführen? Je nach Inspektionsart (visuelle, operative oder Hauptinspektion) sind unterschiedliche Qualifikationen erforderlich.
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Gefahren frühzeitig erkennen: Übungsleiter und Sportler sollten wissen, welche Risiken es gibt und wie sie diese melden können.
2. Prüfintervalle definieren
Damit alle Sportanlagen und -geräte regelmäßig überprüft werden, sollten klare Intervalle festgelegt werden:
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Wie oft müssen Inspektionen durchgeführt werden? Die Norm unterscheidet zwischen verschiedenen Prüfarten mit unterschiedlichen Zeitabständen (z. B. tägliche Sichtkontrollen vs. jährliche Hauptinspektionen).
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Welche Vorgaben sind verbindlich? Viele Hersteller geben spezifische Inspektionsintervalle vor – diese sollten unbedingt in die Vereinsplanung übernommen werden.
3. Schulungen anbieten
Ein geschultes Team ist die beste Grundlage für sichere Sportanlagen:
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Braucht es Schulungen? Oft ist es sinnvoll, externe Fachkräfte hinzuzuziehen oder Vereinsmitarbeitende qualifizieren zu lassen, um die Verantwortlichen bestmöglich vorzubereiten. Bei größeren Vereinen sind auch vereinsinterne Schulungen denkbar.
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Bewusstsein schaffen: Trainer und Vereinsverantwortliche sollten verstehen, warum regelmäßige Prüfungen wichtig sind.
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Qualifizierung: Personen, die Sichtprüfungen und operative Inspektionen durchführen, sollten unterwiesen bzw. geschult sein. Hauptinspektionen müssen durch sogenannte „befähigte Personen“ durchgeführt werden, die entweder von extern kommen oder im Verein oder der Kommune selbst tätig sind. Für alle genannten Gruppen legt die TS Anforderungen fest.
4. Dokumentation sicherstellen
Eine gründliche Dokumentation schützt den Verein und dient als Nachweis, dass die Inspektionspflicht erfüllt wurde:
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Nachweise führen: Jedes Prüfprotokoll sollte festhalten, wer, wann und was geprüft hat.
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Effiziente Systeme nutzen: Checklisten für visuelle Inspektionen, digitale Tools zur Erfassung von Prüfungen und Wartungen, detaillierte Protokolle für operative und Hauptinspektionen mit Angaben zu Prüfer, Datum und festgestellten Mängeln.
5. Maßnahmen bei Mängeln umsetzen
Wird ein Mangel festgestellt, muss schnell und professionell gehandelt werden:
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Mängel bewerten und Maßnahmen priorisieren: Jede festgestellte Schwachstelle sollte nach Schweregrad eingestuft und entsprechend behandelt werden.
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Sofort handeln: Sicherheitsrelevante Mängel sollten umgehend behoben und betroffene Sportgeräte gesperrt werden.
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Reparaturen fachgerecht ausführen: Falls nötig, sollten entsprechende Fachkräfte für die Instandsetzung hinzugezogen werden.
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Langfristige Lösungen finden: Neben der Beseitigung aktueller Mängel sollten präventive Maßnahmen wie verbesserte Wartungsstrategien oder technische Optimierungen in Betracht gezogen werden.
Konsequenzen bei Nichteinhaltung
Wenn Inspektionen vernachlässigt werden, kann das zivil- und strafrechtliche Folgen haben. Zudem kann der Versicherungsschutz entfallen, falls ein Unfall auf mangelnde Sicherheitsmaßnahmen zurückzuführen ist.
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Zivilrechtliche Haftung: Der Verein kann für entstandene Schäden haftbar gemacht werden.
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Strafrechtliche Konsequenzen: Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz kann es zu strafrechtlichen Ermittlungen kommen.
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Versicherungsschutz: Versicherungen könnten Zahlungen verweigern, wenn festgestellte Sicherheitsmängel nicht beseitigt wurden.
Fazit: Sicherheit aktiv gestalten
Die DIN TS 79183 setzt einen neuen Standard für die Sicherheit im Vereinssport und bietet klare Handlungsempfehlungen für Betreiber von Sportstätten. Durch die konsequente Umsetzung der Norm können Vereine:
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Unfälle vermeiden und ein sicheres Umfeld für Sportler schaffen.
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Rechtssicherheit gewährleisten, indem sie ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen.
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Haftungsrisiken minimieren, indem sie eine lückenlose Dokumentation führen.
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Die Lebensdauer von Sportgeräten und -anlagen verlängern durch gezielte Wartung.
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Den Versicherungsschutz sicherstellen, indem alle Sicherheitsmaßnahmen nachweisbar erfüllt werden.
Vereine sollten die Anforderungen der TS nicht als Pflichtaufgabe, sondern als Chance verstehen. Wer Sicherheit als festen Bestandteil des Vereinsalltags etabliert, handelt nicht nur im Interesse seiner Mitglieder, sondern stärkt auch das Vertrauen von Sportlern, Eltern, Sponsoren und Versicherungen.
Deshalb unser Rat: Setzen Sie sich als Verein frühzeitig mit den Anforderungen der DIN TS 79183 auseinander und erarbeiten Sie ein an die TS angelehntes Sicherheitskonzept für alle Sportstätten, für die Sie die Verkehrssicherungspflicht haben.
Text: ARAG Sportversicherung
Weitere Informationen der ARAG zur DIN TS 79183